Suedostasien schnell gemacht

27 Jul

Nach der Arbeit kommt ja immer das Vergnuegen. Zumindest wuerden viele nach einem harten Arbeitstag lieber ein kaltes Bier auf dem Sofa zischen, als das Auto zu waschen, die Waesche zu buegeln und der gleichen. Wer rastet der rostet. Und nach dem Motto war ich innerhalb von 1,5 Wochen ordentlich unterwegs.

Das ganze begann nach meiner naechtlichen Landung in Kuala Lumpur mit einem Bus um 4:30 morgens nach Georgetown, wo ich mir Colonial Flair und spirituelle Artenvielfalt in Form von Kloestern und Tempeln erhoffte. Dafuer ist es aber viel zu ueberfuellt. Beim Regen den Ke Lok Si Temple zu besteigen ist aber allerdings sehr einpraegsam. Und da lernte ich auch Salmahn kennen. Mit ihm, Max und Sushil sass ich dann wie der Zufall es so will am naechsten Tag in einem Minibus nach Thailand. Ausser Planmaessig ging es nach Ko Phangan. Denn die Fullmoonparty stand kurz bevor. Einmal hier, kann man sich das ja nicht entgehen lassen.

Und wie sich herausstellte gibt es auf Thailands Inseln mehr als nur Saufen und Spass haben. Trotz des Tourismus gibt es einsame Dschungeltreks, chinesische Tempel, weisse Sandtstraende mit Palmen, nette Leute und gutes Essen. Das ganze erkundet man natuerlich auf dem Roller. Selbst wenn man ueber Stock und Stein auf der Jungleroad unterwegs ist. Ausserdem kann man Insekten probieren, sich die Haare schneiden lassen oder den Ausblick geniessen. Laute Musik, brennende Springseile und all der Trubel waren dann doch etwas zu viel. Beziehungsweise wollte ich weiter. Es trieb mich aber mehr Richtung Stillstand.

Auf dem Thailaendischen Festland quartierte ich mich fuer drei Naechte in einem buddhistischen Kloster ein: Wat Suan Mokkh. Das heisst: kein Luxus, wenig Schlaf und Essen. Nunja, nachdem ich bei den Chantings und Meditationen war und ich mit Almosen sammeln war, ueberhauften mich die Moenche nur so mit Essen, das von den Doerflern gestiftet wurde. Und ablehnen kann man ja nicht. Die Fische im Teich haben sich umso mehr gefreut und alle anderen Tiere im Wald hoffentlich auch.

Es rief aber der Flug in KL. Und spontan, Stuek fuer Stueck ging es dann zurueck, ueber Nacht ueber die Grenze. Noch die letzten Abenteuer in Kuala Lumpur mitgenommen, sind jetzt Delhi’s Regenschauer angesagt. Dem wollen wir Richtung Norden natuerlich entkommen. Trautes Heim, vertrauter Bruder und Freunde, Glueck allein 😉

Advertisements

Orang-Utans kennt jeder, aber Sonnenbaeren

6 Jul Das Gitter zaunt die Menschen ein und schuetzt sie vor hungrigen Affen. Die bekommen nur Bananen und daran haelt sich auch jeder
Das Gitter zaunt die Menschen ein und schuetzt sie vor hungrigen Affen. Die bekommen nur Bananen und daran haelt sich auch jeder

Fuettern verboten!

Viele Borneoreisenden kommen nur nach Borneo, um Orang-Utans zu sehen. In der Wildnis bedeutet das aber anstrengende Tagestreks und Dschungelabenteuer und natuerlich keine Garantie. In Sepilok kommen taeglich 800 Touristen im Rehabilitaion Centre waehrend den Fuetterungen in den Genuss der Menschenaffen. Orang-Gila sagen diejenigen, die dem malaischen ein bisschen maechtig sind: Verrueckte. Oder eben die Einheimischen ueber die Orang-Putis (Auslaender). Wer jetzt gut im kombinieren ist, weiss jetzt auch dass Orang-utan ungefaehr mit Waldmensch zu uebersetzen ist (Zugegeben das war schon en Transferraetsel).

Vielen bleibt dieses Erlebnis auf jeden Fall, neben hunderten anderen klickenden Fotokameras auf die Affen zu starren, mit einem flauen Gefuehl im Magen in Erinnerung. Karl meinte, zumindest unterstuetzt er mit dem Eintritt deren Arbeit. Und ohne Geld laeuft im Umweltschuzt nun mal auch nichts.

Mich zog es allerdings zu den Borneon Sunbears, nachdem ich im Zoo Negara schon Freundschaft mit ihnen schliessen konnte. Leider ist das Borneon Sunbear Conservation Centre noch im Entstehen und nicht zugaenglich fuer die Oeffentlichkeit. Nach mehreren Telefonaten und den richtigen Kontakten, Passinformationen weitergeben und der gleichen konnte ich dann doch in den Hinterhof von Sepilok kommen. Und erleben, wie eine Raleigh International Gruppe eingeweiht wurde. Ihre Aufgabe: Die naechsten drei Wochen einen Zugang zu dem Areal von einem Parkplatz fuer zukuenftige Besucher zu bauen. Und der gruene Architekt dazu war auch anwesend. Das schien genau das richtige fuer viele der Probleme auf den Inseln –  muss also weiterverfolgt werden. Leider konnte ich die Fuetterung dann nicht mehr wahrnehmen, weil ich „geschaeftlich“ weiter nach Sandaka

n sollte. Aber meine Orangutanbegegnung hatte ich schon waehrend dem Mittagessen: Ein Orangutanweibchen versuchte durch die Gitter der Kantine nach zwei Chickenburgern zu greifen. Alle innendrin packten natuerlich ihre Kameras aus und sie staunte nicht schlecht. Wer sitzt jetzt im Kaefig, war die berechtigte Frage! Und wer ist hier der groessere Affe 🙂

Ein Kletteraffe - der Helarctos malayanus

Copyright picture: Siew Te Wong, special thanks!!!

http://sunbears.wildlifedirect.org/sun-bear-helarctos-malayanus/

35 Baeume in Batu Puteh

5 Jul

Durch den Dschungel stapfen, sich mit Moskitos plagen und mit der Kelle Wasser schoepfen, statt fliessend Wasser zu haben. Nicht gerade der Traum von vielen, aber ich genoss meine zwei Tage in Batuh Puteh, wo ich im Mescot Kopel Homestay Programm als Volunteer teilnahm.Vor meiner Abreise in Deutschland hatte ich mir das Projekt schon angeschaut, es dann aber wieder aus den Augen verloren. Wie durch Zufall hatte ich auf Mabul auf einmal eine Ausgabe von „Going places“ in der Hand, wo genau dieses Projekt und eine Telefonnummer vermerkt waren. Ziemlich spontan, als ich schon im Bus nach Sandakan war, kontaktierte ich dann Zaza und fragte, ob ih vorbeischauen koennte. „Klar, sag dem Busfahrer einfach, dass er dich an der Kinabatangang Bruecke rauswerfen soll. Und dann gehst du einfach bis zur naechsten Kreuzung und dann unter die Bruecke“ … Zumindest war es das, was ich geglaubt hatte zu verstehen. Unter der Bruecke?

Zusammen mit den anderen Freiwilligen, die rund vier Wochen hier verbrachten, hiess das am ersten Tag Flussfahrt und ausspueren von Proboscis Affen und abends zwischen Tausendfuesslern durch den Schlamm waten. Die Nacht verbachten wir dann im Ecocamp, wo Autobatterien nur ein paar LEDs am Laeuchten halten und man ohne Taschenlampe schnell den Feuerameisen zum Opfer faellt.

Am naechsten Tag hiess es dann aber wirklich anpacken. Von der Baumschule suchten wir 70 Baumsaetzlinge aus, die aus im Regenwald gesammelten Samen gewachsen sind und transportierten sie zu Plot 7. Hier hatten die Volunteers am Tag zuvor mit Machete und Schaufel alle Straeucher und Ranken niedergemacht, die in diesem gerodeten Gebiet die Jungbaeume am Wachsen hindern. Fuer uns hies es dann nach kurzem Marsch: Loecher in 1,5m Abstand buddeln und Baeume pflanzen. Endlich aktiv schwitzen und dreckig werden fuer den Umweltschutz. Und wer spaet aufsteht oder troedelt bekommt das zu spueren. Weht bei der Bootsfahrt mit 30Ps auf dem Kinabatangan noch ein erfrischender Fahrtwind, steigt sobald man in den Dschungel eintaucht, die Luftfeuchtigkeit auf gefuehlte 100%. Gut das es „Zuhause“ im Dorf ein ordentliches Mittagessen und Frischwasser gab. Aber kein Grund zu Duschen. Fuer neue Saetzlinge transportierten wir dann am Nachmittag fruchtbare Erde vom Fluss in die Baumschule. Die Sonne kannte keine Gnade. Und waehrend ich Schubkarren unter der Bruecke ins Dorf zur Baumschule frachtete, kam ich nicht drum herum ein gewisses Lied anzusummen: „Sometimes I feel like I don’t have a partner, sometimes I feel like my only friend,…“ – Under the Bridge von RHCP.

Dafuer kam aber am Abend nach dem Volleyballspiel mit den Doerflern und meiner Unterkunft in einer Familie dort, der erfrischende Borneo Regenschauer, der uber die ganze Nacht andauerte und den Verkehrslaerm der einzigen Verbindungstrasse von Semporna nach Norden im „Dunst“ erstickte. Die andere Strasse, die in das Maliau Basin, the lost world, fuehrt ist naemlich nur mit Allrad oder jeder Menge Muskelarbeit an der Schaufel zu bewaeltigen.

One Coral a day keeps the doctor away

3 Jul

Im Oktober ist es soweit: Zusammen mit einem Malaysischen fernsehsender will the Green Connection einen neuen Rekord im Korallen „pflanzen“ aufstellen. Damit rund 100 Taucher mehrere tausend Korallenfragmente in Beton gegossen auf dem Ozeanboden verteilen koennen (in echt ist die Prozedur natuerlich etwas komplizierter), lautete unsere Mission in dieser Woche: Riffuntersuchungen auf Mabul. Von Mabul aus finden alle Tauchausfahrten nach Sipadan statt, dem Taucherparadies schlewchthin, mit Mantarochen, Schildkroeten und Haien. Leider war unsere Aufgabe ein schlechtes Riff zu finden, das wirklich eine Rehabilitation braucht. Und dennoch bekamen wir Schildkroeten, Rochen und Korallenriffe zu Gesicht. Selbst die schlechtesten Riffe um Mabul, regenerieren sich natuerlich. Trotztdem konnten wir die Explosion von Fish Bombing wahrnehmen und Muell findet man auch ueberall. Wir konnten aber auch allen Resorts von dem Projekt erzaehlen und sie motivieren an der Mabul Marine Week teilzunehmen.

„Die beste Zeit einen Baum zu pflanzen war vor 25Jahren, die zweit beste Zeit dafuer ist heute!“, lautet ein Sprichwort, dass auch der Education Officer von Papar in seiner Rede benutzt hat. Und jeder weiss ja, wie lange die gute alte Eiche braucht, um so gross in die Hoehe zu schiessen. Bei Korallen ist das nicht anders. Sie wachsen ca. 1cm pro Jahr. Also gilt auch hier, besser jetzt als nie. Denn kuenstliche Riffe sorgen auf jeden Fall fuer eine hoehere Konzentration von Meereslebewesen. Also Anzahltechnisch, ueber ihr Denkvermoegen wollen wir mal gar nicht spekulieren. Ein Oktopus ist da aber weit vorne mit dabei.

Aus Kostengruenden waren wir natuerlich in einem Backpackers. Umso groesser war der WOW-Effekt in den Resorts, wo man fast das zehnfache zahlt. Meine Kamera bekam beim visuellen Reefcheck etwas Salzwasser ab, weil der Druck in 10m Tiefe fuer das Gehaeuse wohl doch etwas zu gross war. Da kann kein Adventure Tauchgang von PADI mithalten. Wie nennt man das noch gleich: Ausserschulische Erfahrung. Und mit der haben wir das perfekte Riff gefunden und es schon mal ordentlich dokumentiert. Perfekt im Sinne von Korallenwueste, schlechter Sicht und geringe Tiefe. Nichts von dem, was sonst jeder Tauchurlauber sucht. Aber mit dem Korallenprojekt wollen wir aus der Wueste wieder eine Oase machen. Naja, ich werde da dann wahrscheinlich schon fleissig am Bueffeln sein waehrend hier die Sause abgeht. Aber Mabul hat mir einen guten Grund gegeben, warum gerade ich durch Borneo toure: Zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Von Fischen und Brötchen

19 Jun
Heute morgen waren schon 90 Buddhisten am Start, alle wollten auf Mandarin versorgt werden. Da konnte ich natuerlich nicht mit dienen. Und Fahmi, Volunteer von der University Sabah Malaysia, wusste auch nicht Recht wohin. Letzte Woche war ich mit ihm auf dem Fischmarkt und wir haben Ausschau nach Rochen und Haien gehalten. Ganz schoen schwierig, weil große Haie werden schon lange nicht mehr gefangen. Aber eines sieht man auf einen Blick: Sie haben alle keine Flossen mehr. Die gibts dann um die Ecke im Restaurant oder „Sea food trading store“. Dafuer konnten andere im Reef Tank ihr Glueck kaum fassen, als die Black Tips nur so um sie schossen. So kann Sport Unterricht an einer Internationalen Schule aussehen.
SpĂ€ter habe ich einen anderen Deutschen getroffen. Ein Bayer der hier ein Brotgeschaeft aufgemacht hat. Aus gutem Grund, wenn man schon ein Monat laetschiges Weissbrotessen hinter sich hat, kann man nur ein „Halleluhjah“ ausstossen. Naja, das gilt es noch herauszufinden, wenn ich ihn mal im Shop besuche. Der Muffin heute morgen – er versorgt die GC mit Sandwiches, Muffins und Knoblauchbrot zum Verkauf –  war schon mal ein guter Start nach einer kurzen Nacht in Telipok. Obwohl der naechtliche Besucher in das Appartment von Scott, einem Mitarbeiter der GC, wo ich meine Unterkunft habe, eingedrungen ist. Borneo ist trotz Stadt eben ueberall noch wild.
Jetzt steht Adidas Kampung kaufen auf dem Plan. Die Trekkingschuversion lokal. Denn Will moechte mich mit auf die Hash nehmen. Dazu aber spaeter mehr.

Eine ruhige Woche

19 Jun
Endlich hab ich einen funktionierenden PC, bzw. Laptop auf dem ich Videos schneiden kann. So vieles kann einem da dazwischen kommen. Stromausfall, kein Internet um die noetigen Programme herunterzuladen oder ein gut bekanntes Betriebssystem das aerger macht. Letzte Woche hiess das aber auch fast zwei Tage nur vorm PC sitzen. Eines Abends gabs aber auch einen Sondereinsatz weil eine Pumpe ausgefallen war und falls der Sneakhead dann orddentlich mit den Kiemen geflattert haette, waers zu spaet gewesen. Aber Scott hatte das alles unter Kontrolle. Gestaerkt durch ein Abendessen in Angs Hotel. Und montags und dienstags war ich Wachmann auf der Ceil, dem Segelschiff aus der Expedition. Schliesslich will selbst ein Kapitaen mal wieder Land sehen. So konnten Dave and Sarah Pirates of the Carrabean geniessen und ich mal wirklich nach zwei Monaten Ramazamba abschalten. Wenn das Boot vor Anker liegt, gibt es kein entkommen.
Zum Glueck gabs in dieser ruhigen Woche nach der Expedition auch ein bisschen Abwechslung. Eric nahm mich mit zum Indoor Fussball am Jesselton Point. Da spielen die zwei Jahre schon miteinander und kennen sich nicht wirklich beim Namen, es geht eben nur um den Sport und die 7Mt die jeder beisteuern muss. Ich konnte dann aber auch noch ein paar extra Aufnahmen machen, Fenster putzen und den Alltag geniessen.  Unter anderem hab ich den Shark Pledge aufgenommen: „I solemnly swear that I won’t eat shark fin soup, unless…“ Das konnte ich gestern dann auch versuchen an ein paar Reisebueros und ihre Vermittler weiterzuegeben. Den Teil der Kampagne der Green Connection und der JCI ist vor allem auf das Thema Aufmerksam zu machen. Dafuer haben sie Autosticker designed, die natuerlich Windschutzscheibenpatronen suchen. Und da ist man gerade dran.

Expedition mit Unwetter

11 Jun

Angefangen hat es mit Sonnenschein, einer sanften Prise in Kudat und der Turn konnte beginnen. Eine Crew von Meeresbiologen, Abenteurern und Photographen auf dem Weg ein Habitat fĂŒr Haie zu finden. Die Dokumentation war dabei meine Aufgabe. Nur hatte ich nicht immer eine Hand zum Fotografieren frei.
Denn Schon nach unseren ersten Erkundungstauchgaengen schien die See gegen uns zu sein. Wind und dann Unwetter. Die NĂ€chte waren durch Nightwatches von je 2 Stunden unterbrochen, das Geschaukel war gross. Genauso wie die Gefahr abzudriften und auf ein Riff zu knallen. Hypothetisch. Die Spannung real. Genau wie die Ankerkette.

Der Landbesuch von Pulau Mantanani zeigte die Probleme: Muell und Abwasser. Die Reste der Zivilisation landen im Wasser oder werden verbrannt, fĂŒr Fekalien werden Löcher gebuddelt. Und bei einem Tauchgang konnten wir sogar BombengerĂ€usche vernehmen, die einfache, destruktive Art zu fischen.

Am Ende steht ein 15 seitiger Bericht mit den möglichen beziehungsweise nicht geeigneten Orten fuer eine Shark Sanctuary. Die nĂ€chste Expedition geht nach Mangalum. Das ist angewandte Wissenschaft und ich bin begeistert fĂŒr Meeresbiologie.

Jetzt heisst es Videos schneiden, weiteorganisieren und nicht nur treiben lassen.